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Völlig überraschend erhielten wir über die Stadt Maintal eine Einladung der Stadt Katerini zur Teilnahme am 4. Chor- festival, das am 2. Advent stattfinden sollte. Glücklicherweise fand sich schnell eine reisewillige Kerngruppe, bei der alle Stimmlagen in ausreichender Anzahl vertreten waren, so daß einer Teilnahme nichts mehr im Wege stand, zumal die Finanzierung des Abenteuers dank freundlicher Unterstützung des Partnerschaftsvereins Maintal, der evangelischen Kirchengemeinde Wachenbuchen und nicht zuletzt der Stadt Katerini für die teilnehmenden Sänger schnell tragbar war. So stiegen am 8. Dezember 13 Kirchenmäuse zusammen mit 9 Sängern und Sängerinnen des Jungen Chors des Volkschores Dörnigheim ins Flugzeug und kamen nach ruhigem Flug, der trotzdem einzelnen Reisenden den Angst- schweiß auf die Stirn trieb, am frühen Nachmittag in Thessaloniki an. Gemeinsam mit dem Männrchor aus unserer österreichischen Partnerstadt Moosburg wurden wir mit dem Bus zu unserem Hotel “Platon” an der olympischen Küste etwa 6 km außerhalb von Katerini gebracht. Die anvisierten Doppelzimmer gab es zwar kaum, so daß wir uns schnell auf die vorhandenen Dreibettzimmer verteilten, für uns kein Problem. Die Zimmer waren zum Teil erst kürzlich renoviert worden, so daß uns ein gewisser Lösungsmitteldunst |
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ständig umwehte. Außer den beiden Maintaler Chören waren auch noch die Moosburger Sänger und der Kinderchor aus Halle im Hotel Platon untergebracht. Die Hotelmitarbeiter hatten deshalb alle Hände voll zu tun, um alle Gäste zufriedenzustellen, was für griechische Verhältnisse ganz gut funktioniert hat. Weil das Hotel keine Konferenzräume hatte und deshalb Proben nur im Restau- rantbereich stattfinden konnten, mußten sich die Chöre auf unter- schiedliche Probezeiten einigen. Erstes “Einsingen” fand dann wechselweise auch schon während und nach dem Abendessen statt, so lernten wir uns schnell kennen. Abends spät kam dann noch der Bürgermeister und Organisator des Festivals Herr Ioannis Amoiridis ins Hotel, um die Einzelheiten der Auftritte zu besprechen. Geplant waren wechselseitige Auftritte der Chöre in Katerini und Leptokaria. Ein Problem stellte sich sofort heraus: Der bereits mit dem Dörnigheimer Chor eingeübte Begrüßungskanon konnte nicht zusammen gesungen werden, weil wir laut Programmheft an beiden Tagen an unterschiedlichen Orten auftreten sollten. Kein Problem für Herrn Amoiridis, trotz des bereits gedruckten Programmheftes wurde das Programm kurzerhand geändert, so daß unserem gemeinsamen Auftritt nichts mehr im Wege stand. Nach langer Nacht mit Wein und Gesang und einem guten Frühstück am nächsten Morgen machten wir uns |
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auf den Weg, die nähere Umgebung unseres Hotels zu erkunden. Ein Spaziergang am Strand entlang, wobei uns ständig einige herrenlose hungrige Hunde verfolgten, wurde für manches Paar Schuhe zum Verhängnis. Leider hatten die Super- märkte in der touristenarmen Zeit geschlossen, so daß es gar nicht so einfach war, den dringend benötigten Klebstoff für sich auflösende Schuhe zu bekommen. Irgendwie gelang es dennoch, so daß wir für den abendlichen Auftritt in Katerini gerüstet waren. Der Bus holte uns relativ pünktlich ab, so daß noch genügend Zeit für eine Stellprobe war. Die Aufre- gung beim Auftritt war verständlich, schließlich war nicht nur die Kongreßhalle voll besetzt, auch das griechische Fern- sehen und einige hochkarätige Persönlichkeiten waren anwesend. Trotzdem klappte unser Auftritt ganz gut, wenn wir auch mit unseren 12 Sängern mit dem Stimmvolumen der großen Chöre, die teilweise mit 50 Stimmen vertreten waren, natürlich nicht mithalten konnten. Dafür haben wir mit der uns eigenen Darbietungsweise beeindruckt. Ein schöner Abend, auch wenn wir uns gewünscht hätten, die griechischen Ansprachen übersetzt zu bekommen. Nachdem der Bus uns leicht verspätet dann doch noch ins Hotel gebracht hatte, war dort ein griechischer Abend schon in vollem Gange. |
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Irgendwie gelang es dem Hotelpersonal für uns 25 Personen im vollbesetzten Hotel-Restaurant noch ein paar Plätze frei zu machen und selbst zu nacht- schlafender Zeit noch ein warmes Abendessen auf den Tisch zu bringen. Dem Rhythmus des Sirtaki konnten die meisten nicht lange widerstehen, so daß sich viele bald auf der Tanzfläche Arm in Arm mit unseren griechischen Gastgebern wiederfanden. Die Moosburger berichteten, daß sie wegen eines Wasserrohrbruches in der Halle in Leptokaria über- haupt nicht auftreten konnten. Diese Enttäuschung schlug sich auf ihre Stimmung nieder und wir fragten uns, ob unser Auftritt dort am nächsten Tag wohl stattfinden konnte. Am Sonntag Morgen besuchten wir in Katerini den griechisch-orthodoxen Gottes- |
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dienst, der allein schon wegen des mitwirkenden Athener Chores ein Erlebnis war, auch wenn man als Nichtgrieche von Predigt und Liturgie kein Wort verstand. Anschließend war ein Bummel durch die Fußgängerzone Katerinis angesagt, wo uns einige der griechischen Tänzer vom Vorabend wiedererkannten und mit lautem “Hallo” begrüßten. Mittags sollte uns der Bus noch zu der Ausgrabungsstätte bei Dion fahren, leider wußte der Busfahrer nichts davon, so daß wir auf direktem Wege wieder im Hotel landeten. Abends kam dann der Bus tatsächlich. Wir waren gespannt, ob die Halle in Leptokaria wieder trocken war. Zu unserer Überraschung fuhr uns der Bus aber nicht nach Leptokaria sondern nach Lithochoro, wo wir in einer ziemlich kleinen und deshalb total überfüllten Turnhalle auftreten durften. Der Hallenser Chor hatte sich verspätet, so daß die Maintaler Chöre kurzfristig vorgezogen wurden. Wegen des akuten Platzmangels konnten wir den anderen Chören nicht mehr zuhören, sondern mußten draußen das Ende der Veranstaltung abwarten. Danach durften wir einen rundum gelungenen griechischen Abend erleben, der mit viel Liebe vorbereitet worden war. Ein reichhaltiges Buffet mit griechischen Spezia- litäten wartete auf uns und anschließend sorgte eine griechische Band dafür, daß jeder Gelegenheit hatte, die aufgenom- menen Kalorien beim Sirtaki wieder loszuwerden. Ein rundum gelungener Abend voller Gastfreundschaft. Zurück im Hotel ging die Feier gleich weiter. Neben den Griechen spielten, sangen und tanzten auch noch die Bulgaren mit uns Deutschen und Österreichern um die Wette bis spät in die Nacht. An unserem Verlängerungstag, dem Montag, gönnten wir uns morgens dann noch den vortags ausgefallenen Ausflug nach Dion und nachmittags fuhren wir zu den hoch auf einem Felsen gelegenen Klöstern von Meteora. Ein beeindruk- kendes Erlebnis! Ausgehungert, weil ohne Mittagessen kamen wir abends im Hotel an, wo uns ein festlich geschmückter Tisch zum Abendessen erwartete. Die anderen Chöre waren (bis auf 2 standhafte Sänger vom Jungen Chor) schon alle nach Hause gefahren. Trotz des anstrengenden Ausflugs sind die meisten nicht früh schlafen gegangen, schließlich waren wir nicht zum Schlafen in Katerini. Am Dienstag Morgen war dann der Metaxa alle, so daß uns der Abschied leichter fiel. Morgens wurden wir mit dem Bus nach Thessaloniki gebracht, wo einige noch eine Stadtbesichtigung einlegten, während die anderen lieber am Flug- hafen in der Sonne saßen, auf das Gepäck aufpaßten und sich dabei etwas ausruhten. Bei etwa 20 Grad Lufttemperatur war in Griechenland überhaupt keine Weihnachtsstimmung aufgekommen, aber als wir mit etwa einer Stunde Verspätung bei Nieselregen in Frankfurt landeten, wurden wir schnell wieder in die vorweihnachtliche Realität zurück geholt. |
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