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Gästebuch

Letzte Änderung:
17.Mai 2010 

dersonnengesang

 In den Jahren 2004 und 2005 führten wir an mehreren Orten ein Konzert auf, das Franz von Assisis “Sonnengesang” zum Thema hatte.
 Die Bilder zu dieser Seite wurden von Reinhilde Rieger aus Bad Orb gemalt und uns zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.
 Bilder und Texte sind am Besinnungsweg in Bad Orb im “Nervenwäldchen” (oberhalb der Orbtalschule) dauerhaft ausgestellt.

Sonnengesang1 

 

Du höchster,
allmächtiger, guter Herr
Dein sind das Lob
und der Ruhm und die Ehre
und aller Segen.
Dir allein, Du Höchster,
gebühren sie
und kein Mensch ist würdig,
Deinen Namen zu nennen.

Sonnengesang2 

 

Gelobt seist Du, mein Herr,
mit all Deinen Geschöpfen,
Schwester Sonne besonders,
die uns den Tag macht
und durch die Du uns erleuchtest.
Schön ist sie
und strahlend mit großem Glanz,
ein Bild von Dir,
Du Höchster.

Sonnengesang3 

 

 


Gelobt seist Du, mein Herr,
durch Bruder Mond und die Sterne,
am Himmel hast Du sie gebildet,
klar und kostbar und schön.

Sonnengesang4 

 


Gelobt seist Du, mein Herr,
durch Bruder Wind,
durch Luft und Wolken,
durch den heiteren Himmel
und jegliches Wetter,
durch das Du Deinen Geschöpfen
den Unterhalt gibst.

Sonnengesang5 

 

 


Gelobt seist Du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
die sehr nützlich
und demütig ist
und kostbar und rein.

Sonnengesang6 

 



Gelobt seist Du, mein Herr,
durch unseren Bruder, das Feuer,
durch das Du uns erleuchtest die Nacht.
Schön ist es
und fröhlich und kraftvoll
und stark.

Sonnengesang7 

 



Gelobt seist Du, mein Herr,
durch unsere Mutter Erde,
die uns trägt und ernährt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.

Sonnengesang8 

 


Gelobt seist Du, mein Herr,
durch jene,
die verzeihen um Deiner Liebe Willen
und Krankheit leiden und Not.
Selig, die ausharren in Frieden,
denn von Dir, Du Höchster,
werden sie einst gekrönt.

Sonnengesang9 

 

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch unseren Bruder, den leiblichen Tod,
kein lebender Mensch kann ihm entrinnen.
Weh´ denen, die sterben in schwerer Sünde.
Selig, die der Tod trifft
in Deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod kann ihnen nichts antun.
Lobt und preist meinen Herrn,
und dankt und dient ihm mit großer Demut.

Franz von Assisi

Franziskus

Franz von Assisi wurde 1181/82 in Assisi bei Perugia in Umbrien, 130 km nördlich von Rom, geboren.
Als Sohn eines reichen Tuchhändlers verlebte er eine sorglose Jugend. Im Frühjahr 1205 erlebte Franziskus aus innerer Berufung und Gnade eine totale Umkehr. Allen Menschen und der ganzen Schöpfung die frohe Botschaft von der warmherzigen Liebe des Erlösers zu predigen, war von nun an sein Lebensziel. Die reich und mächtig gewordene Kirche hatte den Kontakt zu den Armen verloren. Nicht Macht und Gewalt, sondern der Geist des Evangeliums war seine Antwort auf Nöte und Schwierigkeiten jener Zeit.

Das Armutsideal der vollkommenen Nachfolge Christi lebte er bis zum Äußersten vor. Bald schlossen sich ihm Gleichgesinnte, sogenannte “Minderbrüder” an. Die Gemeinschaft entwickelte sich rasch zu einem Orden. 1221 verfasste Franziskus die Regel, die ganz aus dem Geist des Evangeliums geboren war.

Neben den Werken der Nächstenliebe, und seinen Bestrebungen, die Kirche von innen her zu erneuern, ist Franziskus als ein begnadeter Beter und Sänger in die Geschichte eingegangen.

Ein Jahr vor seinem Tod, 1225, schwer krank und fast erblindet, dichtete Franziskus den Sonnengesang. Dieses Sonnenlied ist das erste Gedicht und Lied in italienischer Sprache geschrieben. Bisher war alle Dichtung nur in der lateinischen Sprache abgefasst. Es ist das bekannteste Gebet des Heiligen, ein hymnischer Lobpreis.

Die Strophe über den Frieden verfasste Franziskus, als er zwischen Bürgermeister und Bischof Frieden stiften wollte. Die Strophe über den Tod fügte er bei, als er seines bevorstehenden Todes gewiss war. Während seiner Krankheit dichtete und komponierte Franziskus eine ganze Reihe von Liedern. Nur der Sonnengesang ist erhalten geblieben und auch von ihm nur der Text, nicht die Melodie. Der älteste (schriftlich festgehaltene) Text stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.

Franziskus starb am 3. Okt. 1226. Der weltweite Orden der Franziskaner geht auf ihn zurück.

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